Ukraine, Olesky Wüste und Lemurianischer See

 

Wollt ihr wieder so lange unterwegs sein? Ihr habts´ doch hier so schön, sagten schon manche Besucher in unserem Waldhaus im Südharz. Ja, wir wollen nicht woanders sein, weil es uns Zuhause nicht gefällt, sondern weil wir so gern überrascht werden. Und das ist in der Alltagsroutine deutlich schwieriger als „on the road“. Wir wussten bis vor wenigen Tagen noch nicht, dass es in Europa eine Wüste und einen riesigen rosafarbenen See gibt.

 

Und jetzt waren wir in dieser Wüste, sind mit den Hunden durch den Sand getobt und lassen gerade die Salzkruste auf unserer Haut trocknen, die das rosa Wasser mit sich bringt.

 

Wir sind voller Mückenstiche, haben Sonnenbrand, der Sand knirscht zwischen den Zähnen und das trockene Salz piekst wie kleine Nadeln auf der Haut. Und wir sind glücklich.

 

 

 

Vom Aktove Canyon gings weiter nach Südosten in Richtung eines großen Sandflecks, der uns beim Blick auf die Karte aufgefallen ist. Es stellte sich heraus, dass diese 160km² große Sandfläche offiziell als Halbwüste klassifiziert ist und unter Naturschutz steht.

 

Bei der Nationalparkverwaltung in der Nähe von Radensk erhält man gegen eine Gebühr von ca 3,30€ pro Person die Erlaubnis auf einem direkt an den Dünen gelegenen Parkplatz zu übernachten. Unsere Sorgen auf Grund der sandigen Zufahrt waren unbegründet, auch für „normale“ Fahrzeuge ist der Platz problemlos zu erreichen. Tagsüber ist das beliebte Ausflugsziel gut besucht, nachts waren wir allein. Nur der Lärm der Schüsse des nahe gelegene Militärgeländes hat uns davon abgehalten länger zu bleiben.

 

 

 

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel haben wir das erste Wohnmobil nach fast fünf Wochen Ukraine getroffen – mit einem deutschen Kennzeichen! Das deutsch-ukrainische Paar ist mit seinen zwei kleinen Kindern unterwegs. Sie waren ebenso überrascht wie wir und bestätigen die Beobachtung, dass die Ukraine bei ausländischen Campern bisher nahezu unbekannt scheint.

 

Warum – das können wir nur vermuten, teilen können wir die Bedenken bisher jedenfalls nicht.

 

 

 

Gerade stehen wir gegenüber der Halbinsel Krim auf dem Festland am Lemurianischen See bei Ivanivka. Der Salzgehalt in diesem Teil des Meeres beträgt 35% (im Toten Meer sind es 30%), sodass nur eine angepasste Algenart existieren kann. Diese produziert bei Sonnenlicht Beta-Carotin, den Farbstoff, der auch die Möhre färbt und absolut ungefährlich ist. Daher treiben wir hier in rosa Wasser ohne uns zu bewegen. Den Mineralien werden gesundheitsfördernde Wirkung für Haut und Gelenke zugesprochen. Um diese Wirkung maximal zu nutzen, gibt es einen komplizierten Ablauf:

 

15 Minuten im Salzwasser baden, 20 Minuten trocknen lassen, mit Schlamm einreiben, 20 Minuten trocknen lassen, abduschen, wieder im Salzwasser baden, trocknen lassen und abduschen. Wir haben die Erklärung in perfektem Englisch von einer Mitarbeiterin des „Medical Spa“ am Lemuria See bekommen. Auf Philipps skeptischen Blick erwiderte sie nur „It´s good for your skin!“

 

Was willste darauf sagen.... Während sich die ukrainischen Omis komplett mit schwarzem Schlamm bematschten, haben wir uns auf die Beine beschränkt. Doch unsere Hoffnung blieb unerfüllt - gegen unsere juckenden Mückenstiche hilft der Heilschlamm leider nicht.

 

Für 1,50€ pro Person gibt’s Erklärung, Parkplatz, Umkleidekabinen und Duschen und ein herrliches Schauspiel obendrein direkt neben den Windrädern bei Hryhoriwka.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea Reike (Montag, 23 August 2021 20:24)

    Liebe Familie Harre,
    ich verfolge Ihren Blog mit großem Interesse und wünsche Ihnen noch viel Freude beim Entdecken neuer Landschaften und bei den Begegnungen mit den Menschen vor Ort.
    Bleiben Sie alle - Mensch, Tier, Olga - gesund!
    Ich hoffe wieder auf einen Reisevortrag hier zu Hause.
    Viele Grüße
    Andrea Reike (Frauchen von Katze Edith)